Jochen Schmidt, Bogenmachermeister

Herausragende deutsche Bogenmacher wie Bausch oder Kittel lösten sich früh von Trends und Moden. Sie sorgten mit eigenen Modellen für Furore. Diesen Meistern fühle ich mich verbunden und nutze ihre Arbeiten als Inspirationsquelle für meine Entwürfe. Eigene Modelle erfordern aber auch, dass ich sämtliche Bauteile selbst herstelle — vom Holzschnitt über Gold- und Silberschmiedearbeiten bis hin zur Perlmuttbearbeitung. Oder mit anderen Worten gesagt: Wo «C. Jochen Schmidt» drauf steht, steckt ausschließlich Jochen Schmidt drin.Besonderen Wert lege ich auf eine dauerhafte, natürliche Oberfläche der Fernambukstangen. Dafür sorgt ein hochwertiger Leinöl-Schichtaufbau, den ich nach einem alten Familienrezept herstelle. Die Holzoberfläche härtet damit aus und bietet einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Meine Bögen orientieren sich vorrangig an Modellen von L. Bausch, Leipzig; C. Süss, Markneukirchen; Familie Knopf, Markneukirchen, Dresden, Berlin sowie N. Kittel, St. Petersburg. Ich bin am 1. Februar im vogtländischen Klingenthal geboren. Mein Vater C. Hans-Karl Schmidt verlässt das Vogtland und eröffnet seine Werkstatt in Dresden. Erster Cellounterricht bei Friedrich Milatz in Dresden. Bogenmacherlehre bei meinem Vater. Mein Bruder C. Daniel Schmidt war zu dieser Zeit bereits als Geselle im Geschäft angestellt. Zwölfmonatiger Arbeitsaufenthalt in der Geigenbauwerkstatt Willem Bouman in Den Haag. Bis zur Selbstständigkeit arbeitete ich im väterlichen Betrieb. Meisterprüfung in Nürnberg. Mehrwöchige Restaurationsarbeiten bei Wolfgang Zunterer in München. Erste eigene Werkstatt am Käthe-Kollwitz-Ufer 80 in Dresden. Umzug in die heutigen Werkstatträume auf der Lene-Glatzer-Straße 25. Lene-Glatzer-Strasse 25, D-01309 Dresden, Telefon +49 (03 51) 3 10 53 86, Fax +49 (03 51) 3 10 99 75, post@jochenschmidt.net, Meine Geschäftszeiten: Montag bis Mittwoch von 9 bis 15 Uhr

Violabogen nach L. Bausch – mein Topmodell

Violinbogen nach L. Bausch – mein Topmodell

Dieser Bogen zeichnet sich durch eine harmonische, schön proportionierte und elegante Formsprache aus. In der Regel hat er eine runde Stange und wird mit Gold montiert. Typisch ist die Verarbeitung von ausgesuchtem Iris-Mutterkern-Perlmutt, das in Verbindung mit Gold eine sehr erlesene Farbkombination bildet. Da mein „Lieblingsbogen“ besonders aufwendig gefertigt wird, baue ich davon nur maximal drei Stück im Jahr.

Bogen nach C. Süss — der Klassiker:

Ein elegantes Modell, häufig mit oktogonaler Stange fürs Cello. Ausgesuchtes Goldfisch-Perlmutt gibt dem Bogen sein edles Gepräge.